Was ist WebVR?

Als WebVR bezeichnet man eine Open-Source-Programmierschnittstelle (API), die es aktuellen Webbrowsern ermöglicht, Zugriff auf externe Geräte für die Darstellung von Virtual-Reality-Inhalten (VR) zu erhalten. Dies können z. B. Head-Mounted-Displays wie etwa das Oculus Rift, HTC Vive oder das Windows Mixed Reality Headset sein. Die WebVR-Schnittstelle wurde erstmalig im Jahr 2016 veröffentlicht und bereits zwei Jahre später in den Chrome-Browser (Version 66) implementiert. Auch Mozillas Firefox ist seit Version 55 in der Lage, WebVR-Sprachkomponenten zu verarbeiten. Darüber hinaus bieten auch Android-Smartphones über Google Cardboard zumindest eine Auswahl an VR-Funktionen.

Die WebVR-Implementierung in Webbrowsern stellt eine große Erleichterung dar, da es vor der Einführung der Schnittstelle nur mit mühsamen Installationen von Drittanbieter-Software möglich war, VR-Online-Inhalte auf externe Geräte auszugeben. Für die Zukunft ist geplant, das Projekt unter der Bezeichnung WebXR weiterzuentwickeln und auch Augmented Reality (AR) zu integrieren.

Sprachelemente

Die Sprachelemente von basieren auf JavaScript. So kann man sich mit der Methode „navigator.getVRDisplays“ eine Liste sämtlicher verfügbaren Virtual-Reality-Geräte anzeigen lassen. Das jeweils übergeordnete Objekt lautet VRDisplay. Die VR-Geräte liefern die Lage des Users, des Weiteren stellt die Methode „getPose“ laufend sämtliche Daten über die aktuelle Position des Users sowie seine Bewegung, Beschleunigung und Ausrichtung zur Verfügung.

Für die dreidimensionale Darstellung von VR-Welten wird meist ein Canvas-Element verwendet, wobei oft auch WebGL als weitere JavaScript-API herangezogen wird, um dreidimensionale Grafiken per Hardwarebeschleunigung darzustellen. Der 3D-Eindruck des Users geschieht über die „requestPresent“-Methode, die die Bilder für das linke und rechte Auge nebeneinander zeichnet und fortlaufend über die“submitFrame“-Methode aktualisiert, um Bewegungsabläufe darzustellen. Zusätzlich können weitere APIs genutzt werden, so z. B. eine Gamepad-Schnittstelle oder auch die Web-Audio-API, die dreidimensionale Klangwelten produziert.

Hardware-Unterstützung

In Chrome-basierten Webbrowsern (Google Chrome, Microsoft Edge ab Januar 2020, Opera usw.) kann die WebVR-Unterstützung aktiviert werden. Hierzu gibt man in der Adresszeile chrome://flags ein. In der dort erscheinenden Liste sucht man nach WebVR sowie WebXR und aktiviert die Schnittstelle für das jeweilige VR-Gerät.

Weitere Informationen

In einem kurzen YouTube-Video stellt Google die WebVR-Technologie aus der Sicht der Macher vor und präsentiert die Webpage „WebVR Experiments“, auf der jeder seine eigenen VR-Projekte präsentieren kann. Hier zeigt sich, wie mit relativ geringem Aufwand VR-Content gestaltet werden kann, ohne sich eine grundsätzlich neue Programmiersprache aneignen zu müssen.