Oculus Go

Nach dem riesigen Erfolg des „Oculus Rift“-Headsets knüpfte der Hersteller Oculus VR an und erweiterte das Sortiment um die Oculus Rift S – eine Neuauflage der Standard-Variante – , die Oculus Quest, welche optional auch als mobiles VR-Headset funktioniert und die Oculus Go. Letztere ist vollkommen unabhängig von externer Rechenleistung und ermöglicht ein VR-Erlebnis, egal, wo man sich gerade aufhält. Es handelt sich also um ein stand-alone-Gerät.

Virtual Reality im Kleinformat

Mit der Oculus Go bietet die in der Virtual Reality-Branche schon etablierte Marke nun auch eine rein mobile Variante der Oculus Rift an – um die virtuelle Realität auch unterwegs erleben zu können. Das VR-Headset funktioniert auf App-Basis und ist die günstigste Variante der „Oculus“-Serie – allerdings auch mit deutlich abgespeckten Funktionen. Wer fulminante Spiele-Action und volle Immersion erwartet, wird enttäuscht. Die Go-Variante bietet die Möglichkeit, für verhältnismäßig wenig Geld in die virtuelle Realität zumindest einzutauchen.

Display

Bei der Go-Variante der Oculus Rift kommt ein einzelnes LCD-Panel mit 2560 x 1440 Pixeln zum Einsatz. Pro Auge stehen so 1280 x 1440 Pixel zur Verfügung – die mobile Variante ist damit genauso hochauflösend wie ihre großen Brüder. Die Bildwiederholfrequenz ist aber mit 60 oder 72 Hz – je nach Programm – ein wenig niedriger als die 80 Hz der teureren Varianten.

Audio

Die „Oculus Go“ setzt auf Stereo-Lautsprecher, die jeweils am Kopf-Band integriert sind. Eine 3,5mm Klinkenbuchse lässt jedoch auch externe Kopfhörer für die Audio-Wiedergabe zu. Da das Design keine geschlossene Form zulässt, tritt der Sound nach außen. Die Nutzung der eigenen Kopfhörer bietet sich damit vor allem im öffentlichen Raum an. Auf 3D-Raumklang wurde bei diesem Modell verzichtet.

Hardware

Die mobile Oculus-Variante wird von einem „Qualcomm Snapdragon 821“-Prozessor mit der nötigen Leistung versorgt – mit 2,4 GHz hat dieser zwar nur eine marginal langsamere Taktung als der in der „Oculus Quest“ verbaute „Snapdragon 835“, bietet als Vierkern-Prozessor allerdings auch nur die Hälfte der Rechenkerne. Ebenso abgespeckt ist der RAM – hier sind lediglich drei Gigabyte verbaut. Der Hauptspeicher hat je nach Variante 32 oder 64 Gigabyte.

Einer der größten Unterschiede zeigt sich allerdings in der verwendeten Sensorik. Wo die „Oculus Rift“ und die „Oculus Quest“ ein volles Tracking von Körper und Kopf ermöglichen, ist bei der „Oculus Go“ lediglich ein Kopf-Tracking möglich. Das zeigt sich auch bei dem mitgelieferten Controller – dieser erkennt zwar einfache Handbewegungen, Zeigen und Klicken, komplexe Gesten sind aber den Controllern der teureren Modelle vorbehalten.

Software

Als Betriebssystem dient bei der „Oculus Go“ Android 7.1. Das VR-Headset lässt sich mit dem hauseigenen „Oculus Go“-Store mit Medien aller Art versorgen – das Angebot umfasst Filme, Konzerte und diverse Spiele. Das Spiele-Angebot hat ein deutlich kleineres Format als die Auswahl der Flaggschiff-Headsets. Kein Wunder – der deutlich schwächere Prozessor und das fehlende Körper-Tracking lassen nur ausgewählte Spiele in der VR-Variante zu. Fokus der Go-Variante ist eher das passive Erleben der virtuellen Realität.

Besonderheiten

Die größte Stärke liegt bei der „Oculus Go“ schon im Namen – das VR-Headset wird völlig unabhängig vom hauseigenen Computer betrieben. Lediglich ein Smartphone und die Oculus-App sind nötig, um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können. Spiele-Blockbuster im First-Person-Format werden zwar nicht geboten, aber wer eintauchen möchte in die Welt virtuellen Realität, sei es, um Filme auf der großen (simulierten) Leinwand zu schauen, oder einfach einen Umgebungswechsel braucht und sich im virtuellen Park mit Freunden treffen möchte, der findet mit der „Oculus Go“ einen günstigen, unkomplizierten Einstieg.