Wenn sich die reale und virtuelle Welt vermischen und miteinander kommunizieren, entstehen neue technologische Möglichkeiten. Eine davon stellt die Mixed Reality dar, die durch ihre computergenerierte Umgebung in Echtzeit interaktiv auf die Wirklichkeit reagiert – und dadurch viele Chancen für die Nutzung im unternehmerischen Umfeld bietet.

So definiert sich der Begriff „Mixed Reality“

Die sogenannte Mixed Reality (häufig auch in der Kurzform MR verwendet) gehört zu den modernen Technologien, die Realität und Virtualität miteinander verbinden und eine Erweiterung von vorhandenen Räumen mit haptischen Elementen ermöglichen. Um den Begriff genau zu beschreiben, muss er in einem ersten Schritt von Virtual Reality und Augmented Reality abgegrenzt werden. Während ersteres eine komplett digitale Welt simuliert, stellt zweiteres zwar – ebenso wie MR – eine Alternierung der realen Welt dar, verhält sich aber statisch, indem ein Bild über eine Aufnahme der realen Welt gelegt wird. In vielen Fällen ist sogar eine Begrenzung durch einen Smartphone- oder Tablet-Bildschirm gegeben.

Mixed Reality geht über diese Konzepte hinaus: So wird die reale Welt nicht nur um digitale Aspekte erweitert, sondern regelrecht damit vermischt. Es entsteht ein Overlay, bei welchem die Objekte der Realität mit den Objekten der Virtualität interagieren. Stellt man beispielsweise in der MR eine digitale Kaffeetasse auf einen realen Tisch und verschiebt diesen dann, fällt die Tasse herunter oder verschiebt sich ebenfalls – die computererzeugte Simulation ist sich folglich der Positionierung auf echten zwei- und dreidimensionalen Objekten bewusst und berechnet laufend die Reaktion auf äußere Einflüsse.

Mixed Reality – der derzeitige Stand der Technik

Was im ersten Moment kompliziert und besonders fortschrittlich klingt, wird in der Technologie-Entwicklung bereits seit den 1990er-Jahren angestrebt und ist inzwischen auf dem kommerziellen Markt angekommen. In jüngster Vergangenheit (seit der Windows-10-Ära) hat vor allem Microsoft dazu beigetragen, den Begriff neu zu prägen und die Technologie durch Hardware-Ergänzungen immer weiter voranzutreiben, sodass vor allem in den letzten Jahren viele neue Systeme entwickelt wurden.

Der Stand der Technik bewegt sich im Software-Bereich bei leistungsstarken und modernen Systemen. Um MR ausführen zu können, ist neben einem starken Gaming-PC oftmals Windows 10 samt entsprechender App erforderlich.

MR erfordert (noch) den Einsatz von Hardware

Um die Realität in einer gemischten Form mit der digitalen Ergänzung zu verbinden, ist neben einem leistungsfähigen Computer derzeit auch noch die Verwendung eines Headsets sowie weiterer haptischer Hardware-Elemente, wie z.B. physische Controller, nötig. Mixed Reality hat den höchten Anspruch an Hardware und Prozessor, denn es verwendet alle Funktionen von Augmented Reality und Virtual Reality und ergänz dies noch um neue, haptische Elemente. Durch die laufenden Berechnungen der Lage und Position des Nutzers sowie der Tiefe und Form der Umgebung und aller haptischen Elemente entsteht so eine reaktive neue Realität, die Wirklichkeit und Simulation miteinander vermischt.

In Bezug auf die Hersteller von MR-Headsets hat sich vor allem Microsoft mit der HoloLens als federführend erwiesen, welche die Anzeige von Hologrammen in einem vorhandenen Raum ermöglicht. Aber auch Startups wie Magic Leap arbeiten beständig an neuen Projekten bezüglich der Entwicklung von Hardware-Alternativen. In zukünftigen Entwicklungen liegt der Fokus der Hersteller vor allem darin, den Einsatz von MR-Headsets im täglichen und dauerhaften Einsatz nutzbarer machen zu können. Wird dies auch mit spezieller Hologramm-Technologie gekoppelt, welches mit den smarte Brillen möglich werden soll, kann Mixed Reality im Alltagseinsatz immer und überall, auch unabhängig von Computer oder Internet, verfügbar werden.

Potentiale nutzen – als Unternehmen von Mixed Reality profitieren

Wenn der Begriff „Hologramm“ fällt, lässt sich bereits erahnen, dass die Chancen und Möglichkeiten für die unternehmerische Nutzung dieser Technologie nicht nur weit gestreut, sondern vor allem auch attraktiv sind. So kann Mixed Reality laufend und in Echtzeit Informationen zur Verfügung stellen, die mit der Realität korrespondieren, und entsprechend korrekt in der Umgebung eingeblendet werden. Vor allem der Bildungssektor kann durch virtuelles Lernen besonders profitieren (beispielsweise in Form von Lern-Apps, die Informationen in den Klassenraum projizieren).

Auch der Echtzeit-Aspekt liefert viele Möglichkeiten, die sich zum Beispiel im Reisesektor (virtuelle Reiseführer), in der Baubranche (adaptierte Zeichnungen und Pläne) oder in Marketingprojekten (Implementierung von Kampagnen in die wirkliche Welt) gut durchsetzen lassen. Vor allem aber der Gaming-Bereich profitiert bereits jetzt von den Darstellungsmöglichkeiten, die sich durch angepasste Realitäten erreichen lassen. Experten vermuten darüber hinaus, dass diese Technologie langfristig als Ablöse von Smartphones und damit als nächste Medienplattform gesehen werden kann – welche möglichen Potentiale sich durchsetzen werde, wird sich in der Zukunft zeigen.