Was ist ein holografisches Display?

Bei digitalen holografischen 3D-Displays kommen Systeme zum Einsatz, die in der Lage sind, computergesteuert beliebige Hologramme zu erzeugen, um wechselnde holografische Bilder oder auch Videos darzustellen. Diese auch Holo-Displays bezeichneten Systeme zeigen für jede mögliche Betrachtungsrichtung die entsprechende Perspektive, weshalb zur räumlichen Wahrnehmung auch kein optisches Hilfsmittel, wie etwa eine 3D-Brille, nötig ist. Betrachter können ihre Augen auf beliebige Punkte des holografischen Bildes ausrichten und scharfstellen.

Was es macht:

Holografische 3D-Displays bieten die Möglichkeit, ein visuelles Markenerlebnis zu erzeugen, das sich die Kraft des Neuromarketings zunutze macht. Die scheinbar freischwebenden Hologramme schaffen es leicht, Aufmerksamkeit zu generieren, sei es in einem Einzelhandelsgeschäft, auf einer Messe oder in öffentlichen Räumen.

Holografisches Display: Funktionsweise

Beim Betrachten eines holografischen Displays wird das Gehirn sofort durch die Illusion getäuscht, dass sich ein physisches Objekt oder eine reale Umgebung mit dem dreidimensionalen digitalen Overlay vermischt. Das visuelle Erlebnis sorgt sofort für Emotionen und regt die Sinne dazu an, die Aktivität im Kortex anzuregen, wodurch Betrachter die vermittelten Informationen besser verarbeiten und behalten können.

Ein holografisches Display funktioniert im Wesentlichen dadurch, dass ein hochauflösender oder 4K-Bildschirm digitale Inhalte durch Glas mit einer speziellen Beschichtung, der so genannten Glasoptik, reflektiert. Wenn die Glasoptik in einem bestimmten Winkel platziert wird, erzeugt sie eine Illusion, die Ihr Gehirn dazu bringt, den digitalen Inhalt als dreidimensional zu interpretieren. Dadurch entsteht das Gefühl, ein freischwebendes realistisches Objekt vor den Augen zu haben.

Die meisten Ansätze für Holo-Displays basieren auf sogenannten Spatial Light Modulators (SLM), das sind in der Regel Chips mit rasterförmig angeordneten, elektronisch ansteuerbaren Pixeln. Am häufigsten finden sogenannte Flüssigkristall-SLM Verwendung, die anfänglich als die bildgebenden Elemente in Videoprojektoren entwickelt wurden. Im Vergleich zur analogen Holografie müssen bei Holo-Displays basierend auf SLM die holografischen Bilder mit ausreichend hoher Bildwiederholfrequenz regelmäßig neu erzeugt werden, damit sie für die Betrachter dauerhaft sichtbar bleiben.

Verschiedene Arten holografischer Displays

Laser-Plasma

Laserplasma-Displays, die 2005 von der University of Texas entwickelt wurden, verwenden eine Reihe leistungsstarker Laser, die Licht in gewünschten Positionen fokussieren, um mit den Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen in der Luft Plasmaanregungen zu erzeugen. Diese Art von holographischen Displays ist in der Lage, Bilder in dünner Luft zu erzeugen, ohne dass ein Bildschirm oder externe Brechungsmedien erforderlich sind. Der Laser-Plasma-Bildschirm kann sehr helle und sichtbare Objekte darstellen, es gibt aber Einschränkungen bei Auflösung und Bildqualität.

Display mit mikromagnetischem Kolben

Das Kolben-Display, das 2011 von der belgischen Firma IMEC erfunden wurde, verwendet eine auf MEMS (Micro-Electro-Mechanical-Systems) basierende Struktur. Dabei können Tausende von mikroskopisch kleinen Kolben auf und ab bewegt werden, um als Pixel zu fungieren. Diese wiederum reflektieren Licht mit einer gewünschten Wellenlänge, um ein Bild darzustellen. 

Holografisches TV-Display

Der holografische TV-Bildschirm wurde 2013 vom MIT-Forscher Michael Bove entwickelt. Er verwendete eine Microsoft-Kinect-Kamera als relativ effektive Möglichkeit, Probanden in einem dreidimensionalen Raum zu erfassen. Das Bild wird dann von einer PC-Grafikkarte verarbeitet und mit einer Reihe von Laserdioden nachgebildet. Das erzeugte Bild ist vollständig drei-dimensional und kann aus allen 360 Grad betrachtet werden, um eine räumliche Perspektive zu gewinnen. Bove behauptet, dass diese Technologie bis 2023 weit verbreitet sein wird, und dass die Technologie genauso viel kosten wird wie die heutigen normalen TV-geräte.